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Besondere Situationen

Was ist Liebe?

Auf unsere Gefühlswelt und die Liebe haben wir keinen Einfluss. Wir können weder andere Menschen dazu bekommen, dass sie sich in uns verlieben, noch können wir uns selbst dazu zwingen. Die negativen Gefühle, die Eifersucht, Enttäuschung und Verzweiflung oder sogar die Wut, wenn wir abgewiesen werden, können wir meist nur schwer und mit Mühe meistern.

Amor trifft oder eben auch nicht


Das ist das Schöne an der Liebe - man kann sie nicht beeinflussen. Wenn wir uns verlieben, können wir die Gefühle zusammen oder uns aus der Affäre stehlen, weil wir einfach zu feige sind zu unseren Gefühlen zu stehen. Was aber ist Liebe eigentlich und wie soll man mit ihr umgehen? Für die meisten Menschen ist es das Schönste, jemanden zu lieben und im Gegenzug wieder geliebt zu werden. Jeder Mensch interpretiert Liebe anders. Doch meist ist es das sexuelle Begehren beziehungsweise die sexuelle Beziehung selbst, zum anderen das starke Verlangen zweier Menschen nach emotionaler und physischer Nähe und Intimität in den ersten Tagen, Wochen, Monaten oder gar Jahren einer jeden Beziehung. Ein weiteres und vielleicht sogar das ausschlaggebende Gefühl ist jenes der Geborgenheit, der Zusammengehörigkeit, der Zärtlichkeit, dass sich einstellt, wenn die ersten Schmetterlinge im Bauch verflogen sind und es den Liebenden gelungen ist, den Partner/ die Partnerin, mit all seinen/ ihren Stärken und Schwächen zu akzeptieren und ihn/ sie für all das, was er/ sie ist zu lieben. In jeder Schwäche eine Stärke zu sehen oder jede eigene Schwäche mit einer Stärke des Partners/ der Partnerin auszugleichen.

Die Reihenfolge ist egal


Die drei Gefühle treten sicherlich nicht immer in der beschriebenen Reihenfolge auf. Häufig geht die Verliebtheit dem sexuellen Begehren voraus oder mit ihm einher und anderseits können sich auch noch nach Jahren aus einer Freundschaft, Verliebtheit und sexuelles Begehren entwickeln. Andersrum kommt es aber auch nicht selten vor, dass in langjährigen Beziehungen das sexuelle Begehren an dem/ der einen Partner/ in nachlassen kann. Das heißt aber notwendigerweise nicht, dass auch das Gefühl der Zusammengehörigkeit, Geborgenheit und der Liebe schwindet. Nach einiger Zeit flaut die Verliebtheit ganz von selbst ab und man nimmt die Stärken und vor allem auch die Schwächen des anderen realistischer wahr. Wenn man den Partner/ die Partnerin dann immer noch liebt und mit ihm/ ihr zusammen leben möchte, spricht man von einer Liebe im Sinne eines langfristigen Gefühls der Zusammengehörigkeit, Geborgenheit, Zufriedenheit und Zärtlichkeit.

Verliebtheit als Rausch


Manche Menschen erreichen den Zustand einer langfristigen Beziehung allerdings nie, weil Sie immer auf der Suche nach dem Gefühl der Verliebtheit und nach dem Traumpartner/ der Traumpartnerin sind. Solche Menschen empfinden die langfristige, weniger rauschhafte Liebe als minderwertig im Vergleich zur Verliebtheit und suchen und finden deshalb immer wieder neue Menschen, in die sie sich verlieben. Sie verzichten dabei meist komplett auf langfristiges Glück und nehmen periodische Einsamkeit in Kauf. Denn Gelegenheiten, eine Beziehung mit dem Fundament der Liebe aufzubauen, nimmt mit zunehmendem Alter erfahrungsgemäß ab.

Liebesglück auf Lebenszeit


Allerdings muss auch eine langfristige Beziehung nicht lebenslang währen. Evolutionsgeschichtlich scheint es, dass die langjährige Liebe vor allem dazu diente und immer noch dient, die Aufzucht des Nachwuchses in den ersten Lebensjahren zu sichern. Da aber die wenigsten Homosexuellen selbst Kinder bekommen beziehungsweise Kinder adoptieren, fällt der Aspekt der Betrachtung einer homosexuellen Beziehung unter evolutionsgeschichtlichen Aspekten, die nicht unbedeutend sind, fast weg. Schwule und lesbische Beziehungen müsste man unter einem anderen Aspekt der Halbwertszeit untersuchen. Leider gibt es dazu noch keine fundierten Studien. Trotz zahlreicher Bemühungen umeinander bleibt eine feste Partnerschaft oft gefährdet, weil der Mensch von Natur aus nicht strikt monogam veranlagt ist, sondern in individuell unterschiedlichem Maße zu sexuellen Beziehungen außerhalb der festen Partnerschaft und zur Verliebtheit neigt. Solche Parallelbeziehungen können dazu führen, dass die feste Partnerschaft zerbricht oder durch eine neue ausgetauscht wird.

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